Einst träumt' ich im Waldgrün

A. Kappeller

Einst träumt' ich in Waldgrün,

Nun träum ich am Meer;

Rauscht heran denn, ihr Wogen,

Mein Herz ist so schwer!

Ach, das Sehnen der Waldnacht,

Ihr verschollenes Weh,

Es erwacht mir noch einmal

An der flüsternden See.

Einst folgt' ich dem Bergstrom,

Nun wandr' ich am Strand;

Goldschimmer umlodert

Meer, Himmel und Land;

Doch es spiegelt der Strahl sich,

Der im Westen versinkt,

In der Träne der Wehmut,

Die im Auge mir blinkt.

Einst schmiegt' ich ins Moos mich,

Nun wiegt mich die Flut:

Doch nimmer im Herzen

Entschlummert die Glut:

Wie über dem Moose

Schwebt über dem Schaum

Verlockend des Glückes

Urewiger Traum.