Für mein Kind

A. Kock

I.

Für dich, mein Kind, um deinetwillen

Wach' ich oft spät bis in die Nacht,

Möcht' jeden deiner Wünsche stillen,

Nur sehen, wie dein Auge lacht.

Und sind mir müde auch die Füße

Und war mein Tagwerk noch so schwer,

Seh' ich im Geiste dich, du Süße,

Dann fühl' ich keine Schmerzen mehr!

Gottlob! dass ich doch Eines habe,

Das mit mir teilt einst Freud' und Leid,

Gedeihe schnell, dass ich mich labe

An deiner Jugend Rosenzeit.

Wie will ich hüten dich und pflegen,

Du zartes Herz, vor Frost und Wind,

Geduldig jede Trübsal segnen:

Bleibst du nur stets mein gutes Kind.

Liegt auch mein Glück in tausend Trümmern,

Scheint deine Sonn' nur hell und klar,

Vergessen sei's, dass weißes Schimmern

Zu früh gefallen auf mein Haar. --

Du, reich an Geist und Herzensgüte,

Du, sanft und keusch wie Maienwind,

So blühe auf, du Menschenblüte:

Ich bete nur für dich, mein Kind!

II.

Auf schneeigem Kissen in enger Truh'

Schläfst nun für immer, mein Liebling, du,

Süße, herzige Kleine!

Geschlossen du friedlich, ich fasse es kaum.

Seh' dich nur an und weine.

Puppe und Büchlein bringt herbei,

Liebte doch über alles die Zwei

Meine herzige Kleine;

Nun noch ein Kuss, dann senkt sie hinab,

Tiefer und tiefer ins dunkle Grab --

Trostlos daneben ich weine.