Wie freundlich strahlt die helle Morgensonne

Lortzing, Albert

Graf Eberbach

Wie freundlich strahlt die helle Morgensonne

Auf mich herab, auf diesen Tag der Wonne!

Bald naht der Dorfbewohner frohe Schar,

Sie bringen Wünsche mancher Art mir dar.

«Gesundheit, langes Leben»,

So schallt's vom Mund der Gäste,

Doch wünsch' ich mir daneben

Das Köstlichste, das Beste:

SYSTEMArie

Heiterkeit und Fröhlichkeit,

Ihr Götter dieses Lebens,

Euch zu sehen, zu erflehen,

Ist das Ziel des Strebens!

Oh, du holde Seligkeit,

Die des Menschen Herz erfreut,

Jubelnd ruf' ich aus: Ziehe nie hinaus!

Oh, holde Göttin Freude,

Gib mir immer das Geleite!

Seh' ich Blumen blühen,

Will's mich immer ziehen,

Sie sogleich zu pflücken,

Mich damit zu schmücken.

Ja, es bringt mir jede Sonne

Neue Lust und neue Wonne!

Kommt auf meinen Wegen

Etwas mir entgegen,

Was die Freude stört,

Lust in Schmerz verkehrt,

Werden stiller meine Lieder!

Aber gleich sing' ich doch wieder:

Heiterkeit und Fröhlichkeit! usw.

Hübsche Mädchen, hübsche Frauen,

Kann ich euch nur immer schauen!

Holde Sterne meines Lebens,

Ihr ruft nie, nein, nie vergebens.

Doch durch Liebe nicht allein

Zieht die Freude bei mir ein.

Sinkt der Abend nieder,

Dann im Kreis der Brüder,

Wenn Champagner winket,

Wenn man jubelt, trinket,

Dann ertönen meine Sänge

Bei der Laute frohen Klängen:

Heiterkeit und Fröhlichkeit! usw.

Durch Liebe, Sang und Wein,

Zieht die Freude bei mir ein!