Bin ich hin und her gezogen
A. Melichar
Bin ich hin und her gezogen
Über Wiese, Flur und Feld,
Hat manch Hoffen mich betrogen,
Ist mir manche Lust entflogen
In der bunten lauten Welt.
Was nur stillt dies bange Sehnen,
Was den Schmerz in dieser Brust!
Bittre Qualen! herbe Tränen!
Leeres Trachten! – falsches Wähnen!
Flieht mich ewig jede Lust?
Darf ich noch zu hoffen wagen,
Dämmert noch mein Lebensstern?
Soll ich's länger dulden, tragen,
Wird mein Schmerz mir selbst nicht sagen,
Ob sie nah ist, ob sie fern?
Sie, die ist mein innig Leben,
Sie, die ist mein ganzes Glück.
Süßen Träumen hingegeben,
Schaut mit wonnigem Erbeben
Sie mein liebetrunkner Blick.
Doch in Nacht ist bald verschwunden
Der Geliebten Lichtgestalt!
Kann ich nimmermehr gesunden?
Freundes Trost, Balsam den Wunden,
Ist auch der für mich verhallt?