Herbst
A. Osumbor
Das rothe Laub fällt schon zur Erde nieder
Und Sommerfäden fliegen mir in's Haar,
Zum fernen milden Süden wieder
Von deinem Sims das munt're Schwalbenpaar.
Von all' den trauten, liebgeword'nen Stellen
Soll ich nun fort, die weite Welt entlang,
Bin keiner von den traurigen Gesellen --
Doch vor dem Abschiednehmen ist mir bang.
Es war im Forst, als grünbewachs'nen Steigen,
Da keimte meines Glückes Frühlingstrieb,
Ich war so reich, und durft ich's auch nicht zeigen,
Ich weiß, wie viel du thatest mir zu lieb.
Nun heißt es Wochen, Monde überwinden,
Doch Liebe hilft, die Alles noch bezwang,
Du sollst mich immer treu und tapfer finden --
Nur vor dem Abschiednehmen ist mir bang.
Im stillen Wald, den wir so oft durchschritten,
Der Luft wie Leid verschwiegen mit uns trug,
Hab' ich in eine Buche eingeschnitten
Ein Herz und unser Beider Namenszug.
Das wird verwachsen und es wird vergehen,
Doch unsrer Liebe wird kein Untergang,
Ich werde einstens froh dich wiedersehen --
Nur vor dem Abschiednehmen ist mir bang!