Am Abend
Rubinstein, Anton
Der drückend schwüle Tag hat ausgeglüht,
Der stummen Dämmrung halbdurchsichtger Schatten gab
Labenden Aufenthalt.
Das Wetterleuchten hinterm Berg verschwand,
Und neuerfrischt vom Abendthau
Die Wiesen rings und Wälder duften;
In ganzer Schönheit schwimmt der Mond in Himmelshöhn,
Und sein geheimnißvoller Glanz nährt süßes Träumen,
Und an den ernsten Lorbeerstrauch gelehnt
Haucht ihren Duft die junge Rose.