Träumen
A. Schoendlinger
Mir ist ein Häuschen wär' mein Eigen;
Vor seiner Thüre säss ich spät.
Wenn hinter violetten Zweigen
Bei halbverhalltem Grillengeigen
Die rothe Sonne sterben geht.
Wie eine Mütze grünlich-sammten
Steht meinem Haus das moos'ge Dach,
Und seine kleinen, dickumrammten
Und blankverbleiten Scheiben flammten
Dem Tage heisse Grüsse nach.
Ich träumte und mein Auge langte
Schon nach den blassen Sternen hin,
Vom Dorfe her ein Ave bangte,
Und ein verlorner Falter schwankte
Im schneeig schimmernden Jasmin.
Die müde Herde trollte trabend
Vorbei, der kleine Hirte pfiff,
Und in die Hand das Haupt vergrabend.
Empfand ich wie der Feierabend
In meiner Seele Saiten griff.