Ich weiß in deinem Antlitz zu gewahren

A. Schoendlinger

Ich weiß in deinem Antlitz zu gewahren,

was Ausdruck kaum in diesem Leben leidet.

Die Seele, mit dem Fleische noch bekleidet,

ist mehrmals schon damit zu Gott gefahren.

Und wenn der Pöbel, klein, gemein und leer,

den andern dessen, was er fühlt, bezichtigt,

ist tiefer Wille dadurch nicht entwichtigt,

nicht Liebe, Treu und ehrliche Begehr.

Zum Gnadenquell, aus welchem alle stammen,

kommt jede Schönheit. Weil dort mehr sich zeigt,

finden sich dort Verständigte zusammen.

Nicht andre Früchte gibt es, noch Beweise

des Himmels hier. Wer treu Euch liebt, der steigt

zu Gott empor und macht den Tod sich leise.