Sag mir Amor sehn meine Augen

A. Schoendlinger

Sag mir, Amor, sehn meine Augen denn

Wahrheit des Schönen, das ich so erstrebe;

ist es in mir nur, wenn ich sie erhebe

zum Angesicht der fast Gemeißelten?

Du mußt es wissen, denn du kommst mit ihr

die Ruh mir nehmen. Ich hab Grund zu grollen.

Doch würd ich keinen Seufzer weniger wollen,

noch minder glühend diese Glut in mir: --

die Schönheit, die du siehst, gehört ihr zwar,

doch wächst sie, da sie steigt zum bessern Ort,

und wird vom Auge bis zur Seele mehr.

Ewiges nimmt nur seines Gleichen wahr.

So wird sie göttlich, schön und ehrlich dort.

Die und nicht jene wandelt vor dir her.