Hymen und Amor
A. Spaeth
Auf Aurorens früh Erwachen
und von ihrem Saum berührt
schwimmt, vom Zephir hergeführt,
auf dem Meere Amors Nachen;
und am Borde sitzt die Braut,
hold bemalt vom Morgenstrahle
wallt sie zu des Tempels Halle,
wo sie Hymens Weihe traut.
Der Geliebte harrt am Strande
seiner Herzenskönigin,
unverwandt blickt sie dahin,
Amor steuert nach dem Strande;
und es presst die schöne Braut
der Geliebte in die Arme,
dass das Herz am Herz erwarme,
und die Pulse schlagen laut.
Ein unendliches Erntzücken,
himmlische Zufriedenheit
und der Herzen Zärtlichkeit
strahlt aus ihren Sehnsuchtsblicken.
Und das schöngewund'ne Band
knüpfen sie am Traualtare
für der Liebe Rosenjahre,
hold verschlungen Hand in Hand.