Ich war beim Vogelsteller
A. Vogel
Ich war beim Vogelsteller
Wol oft in frommer Ruh'
Die ganze Nacht im Walde
Und that kein Auge zu.
Er wußt' von jedem Vogel
Ein Liedchen wunderhold,
In der berußten Stube
Wuchs helles Märchengold.
Doch der am grünen Fenster
Der Vogel purpurroth
Mit seinem Kreuzesschnabel,
Der half von aller Noth.
Wer sich im Wald beschädigt,
Dem sang er zu die Wund',
Und selbst den Fieberkranken
Machte sein Lied gesund.
Hab' jetzt ein bittres Sehnen,
So einen stillen Gram,
Des Vogels Lied zu hören,
Das sonst ich oft vernahm.
Könnt' ich ihn singen hören
In meiner Seele Schmerz,
Das würde sicher stillen
Mein blutend wundes Herz.