Mein wirst du, o Liebchen
A. Winterberger
Fürwahr, mein Liebchen, ich will nun frei'n,
Ich führ' als Weibchen dich bei mir ein;
Mein wirst du, o Liebchen, fürwahr du wirst mein,
Und wolltest du's auch nicht seyn.
„So werd' ich ein Täubchen von weißer Gestalt,
Ich will schon entfliehen, ich flieg' in den Wald;
Mag doch nicht die Deine, mag dennoch nicht dein,
Nicht eine Stunde seyn.“
Ich hab' wohl ein Flintchen, das trifft gar bald,
Ich schieß' mir das Täubchen herunter im Wald;
Mein wirst du, o Liebchen, fürwahr du wirst mein
Und wolltest du's auch nicht seyn.
„So werd' ich ein Fischchen, ein goldener Fisch,
Ich will schon entspringen in's Wasser frisch;
Mag doch nicht die Deine, mag dennoch nicht dein
Nicht eine Stunde seyn.“
Ich hab' wohl ein Netzchen, das fischt gar gut,
Ich fang' mir den goldenen Fisch in der Fluth;
Mein wirst du, o Liebchen, fürwahr du wirst mein,
Und wolltest du's auch nicht seyn.
„So werd' ich ein Häschen voll Schnelligkeit,
Und lauf' in die Felder, die Felder breit;
Mag doch nicht die Deine, mag dennoch richt dein
Nicht eine Stunde seyn.“
Ich hab' wohl ein Hündchen, gar pfiffig und fein,
Das fängt mir das Häschen im Felde schon ein;
Mein wirst du, o Liebchen, fürwahr du wirst mein,
Und wolltest du's auch nicht seyn.