Glaubet! Hoffet! Liebet!

Anonymous

Aus Haßtraum und Blutrausch

Erwachend, blind noch und taub

Vom Blitz und tödlichen Lärm des Krieges,

Alles Grauenhaften gewohnt;

Lassen von ihren Waffen,

Von ihrem furchtbaren Tagwerk

Die ermüdeten Krieger.

"Friede!" tönt es

Wie aus Märchen, aus Kinderträumen her.

"Friede." Und kaum zu freuen

Wagt sich das Herz, ihm sind näher die Tränen.

Arme Menschen wir,

So des Guten wie Bösen fähig,

Tiere und Götter! Wie drückt das Weh,

Drückt die Scham uns heute zu Boden!

Aber wir hoffen. Und in der Brust

Lebt uns glühende Ahnung

Von den Wundern der Liebe.

Brüder! Uns steht zum Geiste,

Steht zur Liebe die Heimkehr

Und zu allen verlornen

Paradiesen die Pforte offen.

Wollet! Hoffet! Liebet!

Und die Erde gehört euch wieder.