Du flötende Faun

B. Abrahams

In Stahl gehüllt, auf weissem Ross,

reitet ein Ritter durch dämmernden Wald.

Von der verscheidenden Sonne träuft

goldig mattes Licht durch die ruhenden Blätter.

Sinnenversunken reitet der Ritter,

es tönt ihm im Herzen klingende Klage,

flötende Freude, schwellend, quellend, leise im Hauch.

Was er im Herzen klingen hört: in die Abendluft,

in den Schatten der Bäume, seinen ruhenden Hirschen

bläst es der junge Faun auf dem Rohre.

Klage des Herzens, Stimme des Schilfrohrs,

mattes Verglühen der goldenen Sonne,

webender Dämmerzauber des Waldes, Rascheln, Rauschen:

es verklingt in die schwarze Nacht; --

in schwarze Nacht reitet der träumende Ritter.