Sehnsucht

C. Banck

Wie die leichten Wolken zieh'n

rastlos fort ohn' Aufenthalt,

immer weiter, weiter fliehen

über Berg und Tal und Wald,

also zieht ein endlos Sehnen

mich zu schöner'n Auen hin,

und ich weine heiße Tränen,

dass dem Ziel so fern ich bin.

Mit den Wolken möcht' ich zieh'n,

doch gefesselt bin ich hier,

meinem Gram möcht' ich entfliehen,

doch der Gram zieht stets mit mir!

Soll ich Trennungsschmerz bezwingen,

Körper hier und Seele dort,

o so nehmt auf euren Schwingen

die Erinn'rung mit euch fort!

Tragt sie hin zu fernem Land,

fragt, ob Wiederseh'n noch fern,

denn das Herz kann nicht gesunden,

strahlt nicht bald ihm dieser Stern.

Luft'ge Wolken, darum fliehet

hin zu ihm mit flücht'gem Fuß,

immer weiter, weiter ziehet,

bringet Liebesgruß und Kuss!