Traum

Berg, Alban

Der Mondschein lag auf dem Wasser

und eigen des Windes Gesang,

ein Lied wie die flehende Seele,

so traurig und tief war der Klang.

Ich hörte in ihm deine Stimme,

du sprachst mit unendlichem Weh

die Worte wie einst mir am Abend:

"du einzig Geliebte, Adieu!"

Da strahlte mir wonnig im Herzen

ein Traum von unendlichem Glück,

es schien mir als wolltest du sagen:

"bald komm' ich auf ewig zurück!"

Der Mondschein lag auf dem Wasser,

man hörte den Wind nun kaum,

auf tränenbefeuchtetem Kissen

erwacht' ich...es war nur ein Traum.

Geliebter, es können die Welten

des Tages mich trennen von dir,

mein Trost sind die herrlichen Nächte,

im Traume gehörst du ganz mir.