Schüre du, Sommer

W. Berger

Schüre du, Sommer, die feurige Gluth!

Veilchen ist lange geschieden,

Rose verbirgt sich und Lilie ruht,

Nachtigall schweiget zufrieden.

Sing', o Cicade, im sonnigen Glanz,

Lade die Ähren, die Sichel zum Tanz!

Ab ist die Blüthe gestreifet,

Aber die Frucht ist gereifet.

Liebchen, und siehst du nach Blüthen dich um,

Sieh nur die blauen im Korne!

Schöner die grannigen Ähren herum

Stehn, als um Rosen die Dorne.

Sieh, wie die Reb' um die Hütte sich schlingt,

Die zu den Ähren die Trauben uns bringt!

Komm, und bei Most und bei Garben

Wird auch die Liebe nicht darben.