Von Herzen Erbarmen
W. Berger
Wieder will die linde im winde sich fälben,
Wieder vor dem walde zu balde schon gelben.
Trauern auf der heide mit leide man übet:
Und auch mir die minne die sinne betrübet.
Bin von sehnens wunden gebunden an sorgen,
Die muss ich in schulden nun dulden verborgen:
Die mit spielenden blicken und tücken mich sehret,
Hat mein leid aufs neue mit reue gemehret.
Gnade, herrin, reine, du meine, mich armen
Lass dich meiner schmerzen von herzen erbarmen.
Mein gemüt entbinde geschwinde von leide,
Aus der minne feuer dein steuer mich scheide.