An die Nachtigall
Brahms, Johannes
Geuß nicht so laut der liebentflammten Lieder
Tonreichen Schall
Vom Blütenast des Apfelbaums hernieder,
O Nachtigall!
Du tönest mir mit deiner süßen Kehle
Die Liebe wach;
Denn schon durchbebt die Tiefen meiner Seele
Dein schmelzend Ach.
Dann flieht der Schlaf von neuem dieses Lager,
Ich starre dann
Mit nassem Blick' und totenbleich und hager
Den Himmel an.
Fleuch, Nachtigall, in grüne Finsternisse,
Ins Haingesträuch,
Und spend' im Nest der treuen Gattin Küsse;
Entfleuch, entfleuch!