Im Herbste
Brahms, Johannes
Ernst ist der Herbst.
Und wenn die Blätter fallen,
sinkt auch das Herz
zu trübem Weh herab.
Still ist die Flur,
und nach dem Süden wallen
die Sänger, stumm,
wie nach dem Grab.
Bleich ist der Tag,
und blasse Nebel schleiern
die Sonne wie die Herzen, ein.
Früh kommt die Nacht:
denn alle Kräfte feiern,
und tief verschlossen ruht das Sein.
Sanft wird der Mensch.
Er sieht die Sonne sinken,
er ahnt des Lebens
wie des Jahres Schluß.
Feucht wird das Aug',
doch in der Träne Blinken,
entströmt des Herzens
seligster Erguß.