Unbewegte laue Luft

Brahms, Johannes

Unbewegte laue Luft,

Tiefe Ruhe der Natur;

Durch die stille Gartennacht

Plätschert die Fontäne nur;

Aber im Gemüte schwillt

Heißere Begierde mir;

Aber in der Ader quillt

Leben und verlangt nach Leben.

Sollten nicht auch deine Brust

Sehnlichere Wünsche heben?

Sollte meiner Seele Ruf

Nicht die deine tief durchbeben?

Leise mit dem Ätherfuß

Säume nicht, daher zu schweben!

Komm, o komm, damit wir uns

Himmlische Genüge geben!