An die Quelle
C. Ecker
Gehab' dich wohl, du liebe Quelle,
Von der ich zögernd scheiden soll.
Du meiner Träume liebste Stelle,
Für lange Tage lebe wohl!
Du raunst mir zu, daheimzubleiben,
Du sprichst mich, wie verheißend, an
Und mußt doch selbst hinuntertreiben,
Gejagt wie ich, die enge Bahn.
So laß mich auch die meine ziehen,
Weit über Berg und Fels und Thal;
Doch sie, von der ich stumm muß fliehen,
Sie grüße mir viel tausendmal!
Und kommt sie abends hergegangen
Allein an deiner Wellen Rand,
Den Blick mit sehnendem Verlangen
In deine Flut hinabgebannt,
Dann zaub're ihr auf hellem Grunde
Des fernen Freundes Bild hervor
Und flüst're ihr mit leisem Munde
Der Liebe besten Gruß ins Ohr
Und lass es sie da drunten lesen,
Was ich im Scheiden dir vermacht,
Dass ich noch einmal hier gewesen
Und bis zuletzt noch ihr gedacht.