Die Unvollendete

C. Kálmán

Es ist so dunkel heut am Heiligen Himmel.....

Ich und die Abendwolken suchen nach dem Mond –

Wo beide wir einst vor dem Erdenleben,

Schon nahe seiner Leuchtewelt gewohnt.

Darum möcht ich mit dir mich unlösbar verweben –

Ich hab so Angst um Mitternacht!

Es schreckt ein Traum mich aus vergangenem Leben

An den ich gar nicht mehr gedacht.

Ich pflückte mir so gern nach banger Nacht

Vom Berg der Frühe lichtgefüllte Reben.

Doch hat die Finsternis mich umgebracht –

Geopfert deinem Wunderleben.

Und es verblutet, was du mir,

Ich dir gegeben,

Und auch das bunte Sternenzeichen

Unserer engverknüpften Hand,

Das Pfand!!

Und neben mir und dein –

Auf meinem Herzen süssgemalt enthobnem Sein

– Tröstet mich ein Fremder übermannt.

Ihm mangelt an der Ouvertüre süssem Tand

Streichelnder Flüsterspiele seiner Triebe,

Verherrlichend den keuschen Liebeskelch der Liebe.