An Hitzig, bei den aleutischen Inseln

C. Kimmel

So wüthe, Sturm, vollbringe nur dein Thun,

Zerstreue diese Planken, wie den Mast,

Du krachend hast zersplittert eben nun.

O diese Brust! Du hebst von ihr die Last.

Da unten, da, da wird es gut zu ruhn,

Da hat man wohl von Kummern endlich Rast.

Was kracht noch? gut, die Welle schlug schon ein,

Fahr' hin! es ist geschehn, wir sinken, - Nein.

Wir sinken nicht! Getragen wird annoch,

Geschaukelt himmelan der enge Sarg;

Harthör'ger Tod, bist sonst erbittlich doch,

Bist mit Geschossen nimmer sonst so karg.

Das lieblos bloße Leben, o das Joch

Noch länger fortzuschleppen, das wär' arg.

Und ob es so, ob so, wen kümmert das?

Wird wohl um mich daheim ein Auge naß?

Doch du, mein Hitzig, wenn auch Du vielleicht

Hast ausgerungen, bist vielleicht nicht mehr --

Dir ward des Lebens Becher voll gereicht,

Du schlürftest rasch ihn frohbesonnen leer.

Sie, Deine Sonne, hat ihr Ziel erreicht,

Sie deckt bereits die Erde kalt und schwer.

Du durftest scheiden, nein Du durftest nicht,

Dich fesselt schön hienieden noch die Pflicht.

Mein Hitzig, wie für Deine Kinder Du,

So will ich für Dich leben eine Zeit,

Du drückest mir vielleicht die Augen zu,

Vielleicht ich Dir, ich bin auch dann bereit,

Ihr Wind und Wellen haltet wieder Ruh,

Es hat in mir geleget sich der Streit.