Das erste Veilchen

C. Kreutzer

Die Lüfte weh'n so lind, so weich,

die Frühlingswecker pochen;

da bin ich denn am Wiesenteich

aus meinem Schlaf gebrochen.

Nun duft' ich hier und harre still,

ob nicht die Schönste nahen will

dem stillen Wiesengrunde.

O dass ihr liebes Auge mich

im Moose hier erblickte,

und ihre rote Lippe sich

nach mir zum Kusse bückte!

Und pflückte sie mich gar zum Strauß,

wie haucht' ich ihr so freudig aus

mein kleines Blütenleben!