Weinlied

C. Kuntze

Ihr trauten Brüder, all' herbei!

Vertrinkt das ew'ge Einerlei!

Umsonst wächst nicht der Rebensaft,

Der uns so frohen Sinn verschafft!

Der Becher kreise blank und schmuck!

Der Wein erfreut,

Der Wein zerstreut!

Drum nehmen einen guten Schluck, --

Gluck, gluck!

Ihr trauten Brüder, all' herbei!

Laßt fahren die Philisterei!

Längst sind des trocknen Tons wir satt,

Der Wein mach' uns die Kehle glatt!

Ein Pereat stets dem Gemuck!

Der Mensch von Stroh

Fühlt sich nicht froh!

Drum nehmen eine guten Schluck, --

Gluck, gluck!

Ihr trauten Brüder, all' herbei!

Und spottet keck der Tyrannei,

Die oft die Welt in Harnisch bringt,

Zu streiten und zu teufeln zwingt!

Frisch auf und spielt ihr einen Spuk!

Mit Fug und Recht,

Nur nicht zu schlecht!

Drum nehmen eine guten Schluck, --

Gluck, gluck!

Ihr trauten Brüder, all' herbei!

Und höret unser Feldgeschrei:

Die Freiheit und das Vaterland,

Dazu ein Liebchen an der Hand,

Und frei beim Wein von allem Druck, --

Ja, dieses Wort

Tön' fort und fort!

Drum nehmen eine guten Schluck, --

Gluck, gluck!