Schmiedelied

C. Nostitz

Mit Gunst zum Ersten! Eisen in Noth,

Füge dich, krümme dich meinem Gebot,

Biege dich, schmiege dich, Eisen so roth!

Unter dem Pfluge als stählerne Hand

Brich die Scholle mir wacker,

Rode die Wurzeln, zieh Furchen im Land,

Stürze den dampfenden Acker.

Sause, brause, Wind in Flammen,

Eisen glühe, Funken sprühe,

Hammer, Hammer, schmeiß zusammen!

Schmied, schlage hierher!

Mit Gunst zum Zweiten! Eisen in Noth,

Füge dich, krümme dich meinem Gebot,

Biege dich, schmiege dich, Eisen so roth!

Sollst einem Roß an den klingenden Huf,

Daß es den Reiter in Wettern

Trage dahin, wenn des Heerhorns Ruf

Bläst zum Sturme mit Schmettern.

Sause, brause, Wind in Flammen,

Eisen glühe, Funken sprühe,

Hammer, Hammer, schmeiß zusammen!

Schmied, schlage hierher!

Mit Gunst zum Dritten! Eisen in Noth,

Füge dich, krümme dich meinem Gebot,

Biege dich, schmiege dich, Eisen so roth!

Werde zur Spitze an Lanze und Speer,

Fordre den Feind in die Schranken,

Schlage ihm Wunden, blutig und schwer,

Ohne im Sattel zu wanken.

Sause, brause, Wind in Flammen,

Eisen glühe, Funken sprühe,

Hammer, Hammer, schmeiß zusammen!

Schmied, schlage hierher!

Mit Gunst zum Letzten! Eisen in Noth,

Füge dich, krümme dich meinem Gebot,

Biege dich, schmiege dich, Eisen so roth!

Lege dich fest um mein jammerndes Herz

Und umpanzre sein Klopfen,

Drück es in Stücken, gefühlloses Erz,

Laß nicht heraus einen Tropfen.

Sause, brause, Wind in Flammen,

Eisen glühe, Funken sprühe,

Hammer, Hammer, schmeiß zusammen!

Schmied, schlage hierher!