Regennacht

C. Schneider

Auf Dach und Simsen überall

Der stetig leise Tropfenfall

Und weit hinein ins dunkle Land

Sanft wie ein Schleier ausgespannt,

Der sich im Winde senkt und hebt

Und leblos ist und dennoch lebt.

Der Acker, der die Wolke zieht,

Der Himmel, der zur Erde strebt,

Das wogt und rinnt und klagt und bebt

In diesem stetig leisen Lied,

So wie ein tiefer Geigenklang

Geheimer Sehnsucht dunklen Drang

In Töne hüllt und weiterträgt

Und da und dort ein Herz bewegt,

Das nach demselben Heimwehland

Sich sehnend, keine Worte fand.

Und was nicht Wort, nicht Geige sagt,

Wird Ton und schwillt zu stiller Macht

Im stetig leisen Wiegetakt

Der windbewegten Regennacht;

Die nimmt, was klaglos rang und litt,

In ihre dunklen Lieder mit.