Nun ist der Tag zu Ende

C. Schneider

Nun ist der Tag zu Ende.

Leg mir die lieben Hände

Auf Stirn und Haar

Und singe mir! Und wende

Von mir der Träume laute Schar!

Ich fürcht mich vor den langen,

Verschwiegenen, träumebangen

Stunden der Nacht,

Wenn du bist schlafen gangen

Und nur mein weher Herzschlag wacht.

Dann geht auf dunklen Wegen

Mein Herz mit harten Schlägen

Der bangen Nacht,

Der bangen Nacht entgegen,

Die meine Lieder stille macht.

Dann kommt mit leisen Schritten

Und zagen Kinderbitten

Mein Glück zu mir,

Und sieht, was ich gelitten,

Und sagt: mein Freund, was ward aus dir?

Dann kommen die versäumten

Tage und die verschäumten

Becher zu mir,

Und alle ungeträumten

Glücksträume schlank und mädchenzier.

Leg mir die lieben Hände

Auf Stirn und Haar, und wende

Die Holden ab.

Mein Tag ist nun zu Ende,

Ich weiß, was ich verloren hab!