Ihr Augen

C. Zöllner

Mein Sehnen!

Mein Ahnen!

Ihr Augen! in denen

Zum Lichte mir gezeichnet find die Bahnen.

Mein Wachen!

Mein Träumen!

Ihr Augen! es lachen

Mir andre Sonnen nicht aus Zeit und Räumen.

Mein Hoffen!

Mein Glauben!

Ihr Augen! wo offen

Mein Himmel ist, den keine Welt kann rauben.

Mein Wissen!

Mein Schauen!

Ihr Augen! vermissen

Muß ich mich selb, wollt ihr nicht Glanz mir thauen

Mein Streben!

Mein Zagen!

Ihr Augen! es heben

Sich meine nur, um nieder sich zu schlagen.

Mein Dichten!

Mein Denken!

Ihr Augen! im lichten

Meer eurer Liebe will ich mich versenken.

Mein Sinnen!

Mein Fühlen!

Ihr Augen! worinnen

Thau ist, um meiner Sinne Brand zu kühlen.

Mein Glühen!

Mein Zünden!

Ihr Augen! hier blühen

Die Rosen euch aus des Gemüthes Gründen.

Mein Wollen!

Mein Müssen!

Ihr Augen! es sollen

Euch ewig alle Lieder Freimunds grüßen.