Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig
Cornelius, Peter
Ach, wie nichtig, ach wie flüchtig
Ist all'unser Leben!
Ach, wie nichtig! Ach, wie flüchtig
Ist all'unsre Freude!
Wie sich wechseln Stund und Zeiten,
Licht und Dunkel, Fried und Streiten,
So sind unsre Fröhlichkeiten.
Ach, wie nichtig, ach wie flüchtig
Ist all'unsre Schöne!
Wie ein Blümlein bald vergehet,
Wenn ein raues Lüftlein wehet,
So ist unsre Schöne, sehet!
Ach, wie nichtig, ach wie flüchtig
Ist all'unser Dichten!
Wer die Kunst hat lieb gewonnen
Und manch' schönes Werk ersonnen,
Ist dem Tod doch nicht entronnen!
Ach, wie nichtig, ach wie flüchtig
Ist all'unser Prangen.
Der im Purpur hoch vermessen
Einem Gotte gleich gesessen,
Seiner wird im Tod vergessen.
Ach, wie nichtig, ach wie flüchtig
Sind all'unsre Schätze!
Es kann Glut und flut entstehen,
Dadurch, eh wir's uns versehen,
Alles mag in Staub verwehen.
Ach, wie nichtig, ach wie flüchtig
Sind all'unsre Sachen!
Alles, Alles, was wir sehen,
Das muss fallen und vergehen;
Wer Gott fürcht't, wird ewig stehen.