Simeon

Cornelius, Peter

Das Knäblein nach acht Tagen

Ward gen Jerusalem

Zum Gotteshaus getragen

Vom Stall in Bethlehem.

Da kommt ein Greis geschritten,

Der fromme Simeon,

Er nimmt in Tempels Mitten

Vom Mutterarm den Sohn.

Vom Angesicht des Alten

Ein Strahl der Freude bricht,

Er preiset Gottes Walten

Weissagungsvoll und spricht:

"Nun lässest du in Frieden,

Herr, deinen Diener gehn,

Da du mir noch beschieden,

Den Heiland anzusehn,

Den du der Welt gesendet,

Daß er dem Heidenthum

Des Lichtes Helle spendet

Zu Deines Volkes Ruhm!"

Mit froh erstaunten Sinnen

Vernimmt's der Eltern Paar,

Dann tragen sie von hinnen

Das Knäblein wunderbar.