Es sind meine Nächte

D. Hofmann

Es sind meine Nächte

durchflochten von Träumen,

die süß sind wie junger Wein.

Ich träume, es fallen die Blüten von Bäumen

und hüllen und decken mich ein.

Und all diese Blüten,

sie werden zu Küssen,

die heiß sind wie roter Wein

und traurig wie Falter, die wissen: sie müssen

verlöschen im sterbenden Schein.

Es sind meine Nächte

durchflochten von Träumen,

die schwer sind wie müder Sand.

Ich träume, es fallen von sterbenden Bäumen

die Blätter in meine Hand.

Und all diese Blätter,

sie werden zu Händen,

die zärteln wie rollender Sand

und müd sind wie Falter, die wissen: sie enden

noch eh' sie ein Sonnenstrahl fand.

Es sind meine Nächte

durchflochten von Träumen,

die blau sind wie Sehnsuchtsweh.

Ich träume, es fallen von allen Bäumen

Flocken von klingendem Schnee.

Und all diese Flocken

sie werden zu Tränen.

Ich weinte sie heiß und wirr --

begreif meine Träume, Geliebter, sie sehnen

sich alle nur ewig nach dir.