Zerschlagenes Mutterherz
E. Breslaur
Zerschlagnes Mutterherz,
Gott kennet deinen Schmerz
Und hört dein Weinen und dein Klagen;
O gib mit gläub'gem Sinn
Dich ihm zu eigen hin,
Denn er will dich auf Liebesarmen tragen.
Das Schwert in tapfrer Hand
Hat für das Vaterland
Dein Sohn als Held sein Blut vergossen.
Im Felde liegt sein Grab;
Dort senkten ihn hinab
Voll tiefer Trauer seine Kampfgenossen.
Doch ist sein Grab geweiht;
Der Herr der Herrlichkeit
Hat seinen Segen ihm gegeben,
Und junges Grün bekränzt,
Den Hügel, wenn es lenzt,
Und singend werden Lerchen drüber schweben.
So gönn' den Staub den Staub;
Ist doch dem Tod zum Raub
Nicht deines Sohnes Geist verfallen;
Er schwang auf freier Bahn
Sich dorthin himmelan,
Wo sel'ge Geister grüßend ihn umwallen.
O weine still dich aus
Und denk' ans Vaterhaus;
Er harrt das Kind der Mutter droben;
Und wenn du ausgeweint,
Wirst du mit ihm vereint
Am Throne Gottes danken nur und loben.