Des Müllers Töchterlein
E. Fritsch
Im Felsenthale traut und schön,
In grüner Waldespracht,
Da weiß ich eine Mühtle stehn,
Die klappert Tag und Nacht.
Und das Geklapper klingt so laut
Mir bis in's Herz hinein,
Denn in der Mühle hauset traut
Des Müllers Töchterlein.
Das Mägdlein aber, jung und trall,
Die liebt den Müllersknapp,
Und weiset fein und sittsam all'
Die andern Freier ab.
Doch wenn ich dort vorübergeh',
Da hemm' ich meinen Schritt,
Und nehm', wenn ich die Maid nicht seh',
Ihr fast die Fenster mit.
Und manchmal kommt mir ein Gefühl,
Fast wie ein Liebesschmerz,
Und wie den Beutel in der Mühl',
So schüttelt's auch mein Herz.