Trinklied des wilden Jägers

E. Geitsch

Jetzt, Gutgeselln, merkt fleißig auf,

Ein' Lehr will ich euch geben,

Ob ihr allein sitzt, ob zu Hauf,

Wein macht ein fröhlich Leben,

Alt oder jung, nur fein genung,

Bergunter durch die Kehle,

Krug oder Glas, 's wird alles naß,

Duck' unter, liebe Seele!

Und aber, wenn du trinken willt,

Solltu dich nit drum grämen,

Was von dem Wein das Kännlein gilt,

Du darfst dich sein mit schämen.

Den Beutel auf! Geld macht den Kauf,

Ihr sollt mir nichts verkreiden,

Fort, Füchslein, spring' kliklimperling!

Das mag der Wirth wohl leiden.

Bei weißem Wein ein rother Mund

In dunkelgrünen Lauben

Ist auch nit so gar ungesund,

Dürft ihr aufs Wort mir glauben.

Ein Mägdelein, gewitzt und fein,

Zum Liebchen auserkoren,

Kein Muttersohn hat darum schon

Das Himmelreich verloren.

Wer weiß, wo gute Herberg sind,

Der geh' voran und führe

Und schneid' mir, daß ich's wieder find',

Ein Spänlein aus der Thüre

Ist's Mädel futsch, zur Bank hin rutsch',

Wo Viertelskannen blinken,

Nur festgesetzt! der Allerletzt

Will saufen und nit trinken.