Sommer

Korngold, Erich Wolfgang

Unter spärlich grünen Blättern,

unter Blumen, unter Blüten

hör' ich fern die Amsel schmettern

und die tolle Drossel wüten.

Auch ein Klingen fein und leise,

schneller Tage schnelle Grüße,

eine wehe Sommerweise,

schwer von einer letzten Süße.

Und ein glühendes Verbrennen

schwebt auf heißen Windeswellen,

taumelnd glaub' ich zu erkennen

ungeschriener Schreie Gellen.

Und ich sitze still und bebe,

fühle meine Stunden rinnen,

und ich halte still und lebe,

während Träume mich umspinnen.