Nachts

Korngold, Erich Wolfgang

Streiche, o friedlicher Abendwind, sacht

über die glühende Stirne.

Locket, ihr duftenden Lieder der Nacht,

leise herauf die Gestirne.

Laßt mir erlösende Träume erstehn,

Antwort singt all meinen Fragen,

laßt mich das Leben erkennen und sehn,

ob seine Wellen mich tragen.

Hört mich, ihr Sterne, und hemmet den Lauf.

stillt erst mein Sehnen und Leiden!

Zehrende Wünsche zittern herauf:

Gibt es nichts denn als Scheiden?