Mond, so gehst du wieder auf

Korngold, Erich Wolfgang

Mond, so gehst du wieder auf

überm dunklen Tal der ungeweinten Tränen?

Lehr, so lehr mich's doch, mich nicht nach ihr zu sehnen

blaß zu machen Blutes Lauf,

dies Leid nicht zu erleiden

aus zweier Menschen Scheiden.

Sieh, in Nebel hüllst du dich.

Doch verfinstern kannst du nicht den Glanz der Bilder,

die mir weher jede Nacht erweckt und wilder.

Ach! im Tiefsten fühle ich:

das Herz, das sich mußt' trennen,

wird ohne Ende brennen.