Der Himmel im Thal

E. Lassen

Der Himmel da oben, der freut mich sehr,

Möcht' gern einmal hinauf;

Doch schloß kein Engel mir bisher

Dazu die Pforten auf.

So sucht' ich denn auf Erden hier

Mit offner Thür' einen andern dafür,

Das ist im Thal das Försterhaus,

Da geh' ich täglich ein und aus,

Du Himmel im Thal,

Sei gegrüßt, sei gegrüßt viel tausendmal!

Der Himmel da oben, der ist gar schön,

Doch glänzt er fast zu hell,

Und wenn die Sonne muß untergehn,

Kommt schwarz die Nacht zur Stell'.

Zu dunkel ist mir die schwarze Nacht,

Die grüne Nacht, das ist eine Pracht!

Die Waldesnacht, das ist meine Freud',

Da bin ich genesen von allem Leid!

In grüner Nacht

Du Himmel im Thal,

Sei gegrüßt, sei gegrüßt viel tausendmal!

Am Himmel da oben flimmern zwar

Viel Sterne licht und schön;

Mein Himmel da unten hat nur ein Paar,

Tief dunkel anzusehn;

Doch wenn sie blinken in grüner Nacht,

Der Sonne Pracht nicht heller lacht;

Und blinken sie einem in's Herz hinein,

Da kann man aus Erden schon selig sein,

[ Ihr dunkeln Stern'

In grüner Nacht,]

Du Himmel im Thal,

Seid gegrüßt, seid gegrüßt viel tausendmal!