Schlaf' sanft

E. Meyer-Helmund

Nun liegt die Welt, die halbe,

In Träume still versenkt,

Leis zwitschernd nur die Schwalbe,

Im Nest, des Gatten denkt.

Nachtthau die Blumen feuchtet

Die vor den Fenstern stehn,

Die Straßen monderleuchtet,

Drin Niemand mehr zu sehn!

Der Schmerz, der Wangen bleichet,

Entschlief selbst im Gemach,

Die Liebe nur, die schleichet

Um Liebchens Thür, ist wach.

Und nur der Nachtwind gaukelt

Noch um der Blumen Saum,

Doch Deine Seele schaukelt

Ein lichter, schöner Traum.

Man sagt, daß Engel gehen

Jetzt durch die Fluren lind;

Schlaf sanft, auf Wiedersehen

Am nächsten Morgen, Kind.