Es blühet ein Veilchen

E. Moór

Es blühet ein Veilchen auf grünender Au,

Von Schwestern und Brüdern verlassen;

Die Wangen, genetzet mit perlendem Thau,

Im Strahle der Sonne erblassen.

Wie neigt es das Köpchen so traurig und bang,

Wie schliesst es die Äglein so trübe;

Mir ist es, als dränge zum Ohr mir ein Klang

Von einsam schmachtender Liebe.