Jung Walther aus Amaranth

E. Schmezer

Wie brennt sein Aug'

In keckem Muth!

Die Wange frisch,

Wie Milch und Blut!

Der Reiher nickt

Vom schwarzen Haar;

Wie trägt so stolz

Die Stirne dar

Jung Walcher!

Knapp um den Leib

Das Wamms ihm sitzt,

Des Dolches Heft

Am Sammte blitzt;

Der Falke ruht

Auf seiner Hand,

Die Laute trägt

Am seidnen Band

Jung Walther.

Der Falke schießt

Hoch in die Luft;

Er wirft sich hin

In's Gras voll Duft;

Er sieht ihm nach

Voll Lust und Neid,

Es reißet auf

Sein enges Kleid

Jung Walther.

Er nimmt das Schwert

Vom Mauerrand,

Er fegt es blank

Mit eigner Hand;

Wie schwellt es ihm

Voll Muth die Brust!

Zur Laute greift

Voll Liedeslust

Jung Walther.