Wiegenlied

E. Walter

Der Frühlingswind

wiegt leis' und lind

die Blümelein

in Schlummer ein.

Maiblümchen in der Wiege du,

dich singt dein Mütterlein zur Ruh'.

Die Glocke schallt,

nun wird auch bald

nach langem Tun

der Vater ruh'n.

Hüllt auch die Flur schon Dunkel ein,

du winkst ihm, kleiner Sonnenschein.

Großmütterlein

sieht leis' herein

und lächelt still,

und denkt gar viel.

Die Wange blüht; du hast, mich dünkt,

du kleiner Frühling, sie verjüngt!

Nun schließe du

die Äuglein zu,

ich halte sacht

am Bettchen Wacht.

Du lieber Gott! Schirm' allezeit

mein süßes Kind vor Weh' und Leid!