Advent

E. Wellesz

Wir harren, Christ, in dunkler Zeit,

Gib deinen Stern uns zum Geleit

Auf winterlichem Feld.

Du kamest sonst doch Jahr um Jahr;

Nimm heut auch unsrer Armut wahr

In der verworrenen Welt.

Es geht uns nicht um bunten Traum

Von Kinderlust und Lichterbaum;

Wir bitten: blick uns an

Und laß uns schaun dein Angesicht,

Drin jedermann, was ihm gebricht,

Gar leicht verschmerzen kann.

Es darf nicht immer Friede sein;

Wer's recht begriff, der gibt sich drein.

Hat jedes seine Zeit.

Nur deinen Frieden, lieber Herr,

Begehren wir je mehr und mehr,

Je mehr die Welt voll Streit.