Rokoko

E. Zeisl

Der Tag ist entglitten,

und leise inmitten

von Blüten geschritten

durchs nächtliche Tor.

Es lachen beflissen,

weil manches sie wissen,

aus den Bosketten

die Amoretten

schelmisch hervor.

Man spielte im Grünen

um zärtliche Sühnen,

bereitet dem Kühnen

tags Blindekuh.

Da erlauschte die Wiese

die Frau Marquise,

hat unter dem Flieder

auch heute wieder

ihr Rendez-vous.

Der Abbé am Spinette

greift noch einmal die Kette

all der Menuette,

die man tanzend durchlacht.

Und nach jenen Akkorden,

wo er sündig geworden,

spielt der Galante

ein zartes Andante

hinaus in die Nacht.