Morgenlied
F. Abt
Was heimlich tief in dem Herzen sich regt
In lautlos freud'gem Gedränge,
Auf die fröhliche Lippe sei's fröhlich gelegt
Als jubelnde Lieder und Klänge.
Es ist die Freude, die wirbelnd kreist,
Die jauchzen und jubeln die Herzen heißt;
Sie ringt sich empor aus treuem Gemüth --
Hab' Acht! -- im deutschen Morgenlied.
Verklärt erhob aus der nächtigen Gruft
Der Morgen sich jugendlich wieder;
Die Lerche schmettert in himmlischer Luft,
Die Sonne scheint freundlich hernieder.
Es ist die Liebe, die göttliche Kraft,
Die Alles wirket, die Alles schafft.
Ihr jauchzet aus treuem Sängergemüth --
Hab' Acht! -- ein deutsches Morgenlied.
Und was uns hier eint zum herrlichen Chor,
Zum brüderlich festlichen Bunde,
Wir tragen's im Herzen, -- heut' quillt es hervor,
Im Sang blüht die fröhliche Kunde:
Es ist die Treu', die umschlungen sich hält
Inmitten der falschen, der schnöden Welt;
Ihr jauchzet aus treuem Sängergemüth --
Hab' Acht! -- ein deutsches Morgenlied.
Und ihm, der Alles so herrlich bestellt,
Der es Abend und Morgen läßt werden,
Was bringen wir ihm, dem Herren der Welt,
Auf dem Festaltare der Erden?
Dank ist es, den wir ihm jauchzend weih'n,
Ihm, der seine Kinder so glücklich läßt sein.
Hell jauchzet der Dank aus treuem Gemüth --
Hab' Acht! -- ein deutsches Morgenlied.