Heimkehr
F. Abt
Ziehen wir nun wieder
durch das alte Tor,
klingt, ihr heim'schen Lieder,
klingt im vollen Chor!
Als die Nachtigallen sangen,
flogen singend wir hinaus;
nun der Frühling fortgegangen,
wandern singend wir nach Haus'.
Städtchen scheint verlassen,
Alles still und leer!
Jubelnd durch die Gassen
zieh'n wir hin und her.
Dort nur, aus dem Erkerstübchen,
blitzt ein Licht noch in die Nacht.
Freund, da wohnt dein trautes Liebchen;
ob sie, dein gedenkend, wacht?
Wach' auf, wach' auf, treu Liebchen mein,
wach' auf, du holde Maid!
Mach' auf, mach' auf das Fensterlein,
mach' auf, nun ist es Zeit!
Schon sind die Rosen längst verblüht,
lass welken immerzu!
Noch weiß ich eine, die mir glüht,
du, meine Rose du!
Wach' auf, wach' auf, du süßes Kind,
du meiner Seele Glück!
Mach' auf das Fensterlein geschwind,
dein Liebster kommt zurück!
Der Frühling wandert übers Meer,
lass wandern immerzu!
Ist auch die Welt da draußen leer,
du bist mein Frühling, du!
Finden wir nun wieder
unser heim'sches Dach,
rufen frohe Lieder
uns're Lieben wach.
Als die Nachtigallen sangen,
flogen singend wir hinaus;
singend sind wir heimgegangen,
und am schönsten klingt's zu Haus'!