Duett (Rose, Bacchus) und Chor

F. Abt

Bacchus:

Schönste Jungfrau, wollt' Euch bitten,

mir ein Küsschen zu gewähren;

Habe lang' genug gelitten

und vergeh' in Leid und Zähren.

Rose:

Nein, Herr Ritter brav und tüchtig,

kann dazu mich nicht bequemen.

Eine Jungfrau, rein und züchtig,

muss sich solcher Bitte schämen.

Chor:

Ha, ha, ha,

hat er's ja!

Herr Bacchus ist bei allen schönen Frau'n galant

Hispaniens, den Welschen, zumeist im Frankenland.

Bacchus:

Schönste Rose, hört mein Flehen,

weigert nicht ein süßes Schmätzchen.

Ihr doch solltet mich verstehen,

seid Ihr ja mein liebes Schätzchen.

Rose:

Nein, Herr Bacchus, solche Gabe

spendet Rheinlands Tochter nimmer;

holt Euch andre süße Labe,

drüben liebt man Euch noch immer.

Chor:

Ha, ha, ha,

hat er's ja!

Zieht doch, Herr Bacchus, gleich nach der Champagne fort,

gar manches schöne Kind erwartet, küsst Euch dort!

Bacchus:

Das sind nur alte Bekannte

und obendrein eure Verwandte.

Rose:

Ich bin nur einzig und allein

verwandt mit den Kindern vom Rhein.

Chor:

Wir sind nur einzig und allein

verwandt mit den Kindern vom Rhein.

Bacchus:

So darf ich's denn nicht wagen?

Rose:

Hört auf mit Euer'n Klagen.

Chor:

Wollt sie nicht länger plagen.

Wir wollen fröhlich sein.

Bacchus:

Könnt Ihr nicht Huld mir schenken?

Rose:

Will Eurer stets gedenken.

Alle:

Lasst uns nun wieder lenken

den heiter'n Blick zum Rhein.

Chor:

Am Rhein, am Rhein, da wachsen uns're Reben,

gesegnet sei der Rhein.

Da wachsen sie am Ufer hin und geben

uns diesen Labewein.

So trinkt denn und lasst uns allerwegen

uns freu'n und fröhlich sein,

und wüssten wir, wo jemand traurig läge,

wir gäben ihm den Wein!

Gesegnet sei der Rhein!