Beim Grabe einer Schwester

F. Beneken

Gottes Saat! Im Todesschlummer

Reifst du hier der Erndte zu;

Gingst auf dieser Welt voll Kummer

Früh zur namenlosen Ruh!

Wohl dir! deiner Seele Leiden

Sind auf ewig nun verbannt;

Lieblich fiel dein Loos der Freuden,

Denn es fiel in Gottes Hand.

Wo du nun im Chor der Engel

An des Mittlers Throne knie'st,

Und auf diese Erdenmängel

Voller Mitleid nieder siehst.

Ach! mit hoffendem Entzücken

Will ich, wenn mir Schrecken dräun,

Hin zu jenen Höhen blicken,

Und des Erndtetags mich freun!

Bis ich auch zu Freuden komme,

Die mir unvergänglich blühn,

Und, wie du, verklärte Fromme!

Ewig -- ewig glücklich bin!